An Ort und Stelle, 2011


Dass kulturelle Vielfalt weiterhin ein fester Bestandteil unserer Gesellschaft bleiben muss, zeigt der bundesweite Aktionstag „Kultur gut stärken“, der am 21. Mai 2011 stattfinden wird. An diesem Tag wird die GEDOK Galerie und das Atelier von Gabriele Klages zum „Kunst.Heimaterde“ und ist von 12 – 18 Uhr für alle interessierten BürgerInnen geöffnet. Ein erster Einblick in die Arbeit einer Workshop-Gruppe ist in der oberen Etage der Räumlichkeiten zu entdecken. Unter der Leitung von Gabriele Klages haben sich 5 Schülerinnen und Schüler im Rahmen des Vermittlungsprojekts AN ORT UND STELLE! in einer raumgreifenden Installation mit Ihrer Heimat, der Siedlung Heimaterde auseinandergesetzt. Das PROJEKT: AN ORT UND STELLE! ist ein interdisziplinäres Kunstprojekt für Schülerinnen und Schüler im Schnittpunkt zwischen Natur, Architektur, Skulptur und Denkmalschutz. Initiiert und kuratiert vom Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr verlässt das Projekt den institutionellen Rahmen und widmet sich mit dem Raffelbergpark und der Siedlung Heimaterde drei historischen Orten der Stadt. In einem Dialog zwischen Schülerinnen und Schülern, Künstlern, Bürgern und Institutionen der Stadt entstehen Arbeiten, die neue Sichtweisen entwickeln – und somit den Blick für die Orte schärfen. Eine Präsentation auf dem Synagogenplatz am 9. Juli 2011 wird eine Auswahl der Arbeiten von insgesamt 12 Projektgruppen zeigen. Eine gemeinsame Aussstellung mit fotografischen Arbeiten eines zweiten Workshops mit Bezug zur Siedlung Heimaterde wird im Kunst.Heimaterde am 21. Juli 2011 eröffnet, sowie am 23. Juli eine Präsentation ortsbezogener Skulpturen, Installationen, Fotografien und Malereien im Raffelbergpark in Mülheim-Speldorf.
Mit der Aktion „Kultur gut stärken“ sehen die Künstler auch einen Bezug zu den Kunstdiebstählen in Mülheim /Ruhr und stellen klar, dass Kunst nicht nur eine Privatangelegenheit sondern öffentliche Angelegenheit ist und Gradmesser für Humanität, Toleranz und Demokratie in unserer Gesellschaft.
 Dennis Hübner
 

Kunstpreis Sickingen 


Aus einer Serie, die Gabriele Klages als "Ei(er)Wagen" oder "Autos" bezeichnet, hat sie drei Arbeiten eingereicht, die auf witzig humorvolle, ironische Art und Weise gesellschaftsrelewante Themen aufgreifen. Der "Elchtest" oder, in jüngster Zeit aktuell, die "Abwrackprämie" geben Anlass zu ihren Formfindungen. Jedes der Gefährte besteht aus einer Eierschachtel mit kleinen montierten Rollen und ist auf Sockel mit Glassturz plaziert. Formen passen zusammen, die ursprünglich gar nicht für einander bestimmt waren, zum Beispiel fügen sich Waschbeckenstöpsel in die runden Einbuchtungen einer Verpackung. Oder es zeigen sich Farbkongruenzen, die jedoch ausschließlich auf die Materialkombination zurückzuführen sind und nicht als Ergebnis zusätzlicher Bearbeitung entstehen; etwa wenn die anthrazitfarbene, auf dem Flohmarkt entdeckte Spielzeugfigur eines Plastikelchs auf einem dunkelgrauen, mit Kabelbinder umwickelten Styropurdeckel thront, der mit grauen Stecknadelköpfen gespickt ist.

Annette Reich, Katalog Sickingen Kunstpreis des Landkreises Kaiserslautern für Plastik 2009

zurück zur 1. Seite der Rezensionen